Musenblätter: Bauerngärten im Bergischen Land

Idyllen im Bergischen Land

Musenblätter Literatur-Rezension von Frank Becker
 
… hier wächst, was schon in Großmutters Garten wuchs!

Eberhard Vogler hat Fotos von Bauerngärten gemacht, Karin Grunewald hat sie beschrieben
 
Mehr als zwei Jahre lang hat der Fotograf Eberhard Vogler das Wachsen und Blühen in 20 ausgewählten Bauerngärten des Bergischen Landes (es gibt in dieser wunderschönen Region natürlich ungezählte mehr davon) durch die Jahreszeiten mit der Kamera begleitet. Er hat dafür regelmäßig Bauernhöfe und Wohnhäuser, landwirtschaftliche Anwesen, Hobby-Gärtner und Museen besucht. Karin Grunewald hat die Gärten einfühlsam beschrieben. Entstanden ist in Zusammenarbeit mit dem Herausgeber Dipl.-Ing. Agr. Thomas G. Halbach eine in der Tat zauberhafte Bilderreise durch ein Stück deutscher Gartenkultur, das gleichermaßen durch seine Vielfalt wie durch opulente Bildhaftigkeit und natürliche Schlichtheit besticht. Unzählige tiefes Verständnis – und oft auch leisen Humor – für die Materie zeigende Fotos, viele Grundriß-Zeichnungen der herrlichen Mischgärten und die zugehörigen Texte inspirieren nicht zu einem neuen Blick auf eine alte Tradition – sie reizen Einheimische zu eigenen Entdeckungstouren im Bergischen Land zwischen Velbert und Windeck, Bergneustadt und Leverkusen und Reisende zum Besuch dieser landschaftlich berückenden Region.

Vorgestellt werden die 20 Gärten und ihre Eigentümer in sympathischen Porträts – wie sollte es auch anders sein bei Menschen, die sich mit so viel Liebe der Pflege ihrer kleinen Paradiese widmen. Es sind ohne spektakuläre Ambitionen alle in ihrem eigenen kleinen Format Lennés, Arends, Bouchés und Fröbels. Hier findet das Leben statt, hier ist die Welt in Ordnung, hier wächst, was schon in Großmutters Garten wuchs! Nach der entspannenden Lektüre dieses empfehlenswerten Buches packt auch den gartenlosen Leser die Lust nach einem eigenen Stückchen Land, um es zu gestalten. Wohl dem der schon eines hat! Und wer das Buch hat, wird es nicht wieder hergeben wollen.

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